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Walking Hadrian`s Wall 
Ende April wanderten Ralph, ein geschichtsinteressierter Kollege und Freund und ich den Hadrianswall vom Anfang bei Wallsend (Segedunum) bis zum Ende in Bowness in Solway (Fort Maia) an der irischen See. 135 km Fußweg legten wir in 6 Tagen zurück. Inclusive Umwegen waren wir insgesamt sicher 150 km unterwegs. Der Hadrians Wall Path ist sehr gut mit einem Eichelsymbol ausgeschildert. Als Reisezeit eignet sich jedoch besser frühestens der Mai, da ab dann alle touristischen Einrichtungen erst richtig eingerichtet sind, zumal die Gefahr der Bodenerosion durch die Wanderer rund um das Weltkulturerbe geringer ist. Das Gepäck ließen wir uns durch einen Gepäckservice von Unterkunft zu Unterkunft bringen, so dass wir auf dem Marsch nur kleine Rucksäcke benötigten. Wir planten zudem zwei Tage für Museumsbesuche nach der Wanderung ein, was sich als sehr gut herausstellte, da man in Ruhe die hochinteressanten Kastelle abseits des Pfades anschauen kann. Mit der Buslinie AD 122 ist das gesamte Gebiet um den Hadrianswall sehr gut erschlossen. Man löst am besten ein Mehrtagesticket und kann dann beliebig ein- und aussteigen.
Wir flogen früh morgens mit British Airway`s von Frankfurt/M über London nach Newcastle. Dort angekommen, verschwendeten wir keine Zeit und besichtigten unverzüglich das Kastell „Segedunum“ im Stadtteil Wallsend, wo der Wall, den Kastellvicus einschließend, bis in den Fluss hineingebaut wurde und dort endete (heute nicht mehr sichtbar). Von einem eigens gebauten Aussichtsturm ist die noch sichtbare Fläche der Ausgrabungsstätte (ca. 60-70% des einstigen Kastells) bestens zu überblicken. Schnell erkennt man den überall am Wall relativ strikt eingehaltenen Grundsatz, dass Rekonstruktionen selten gewagt, jedoch die ergrabenen Grundmauern gut sichtbar konserviert werden. Im Innern des Museums sind Latrinen, Fahnenheiligtum, Unterkunft einer Reitereinheit und eine Krankenstation (Valetudinarium) dargestellt. Vieles kann berührt werden und es mangelt nicht an interaktiven Elementen. Zudem ist der Museumsshop sehr gut sortiert. Kinder kommen hier voll auf ihre Kosten. Ein Badehaus ist auf dem Gelände nachgebaut. Außerhalb des Museumsgeländes ist ein Teil des Walles mit vorgelagertem Spitzgraben (mit eingerammten Pfählen) und Mauer rekonstruiert (3,50 m hoch). Der Besuch dieses Museums beansprucht mindestens 2-3 Stunden.
Wanderung Tag 1: Wallsend – Heddon on the Wall ( 24 km)
Zunächst geht es von Segedunum aus durch ein Industriegebiet, bevor man die schöne Uferpromenade von Newcastle erreicht, von dem aus man einen schönen Blick auf die vielen vorhandenen Brücken hat. Vor allem die Millenium Bridge, eine hochklappbare Fußgängerbrücke, ist ein lohnendes Fotomotiv.  Newcastle City
Durch die Vororte von Newcastle erreicht man endlich freie Natur, sattes Grün, herrschaftliche Landsitze und riesige Pferdekoppeln. In Heddon on the wall stellten wir fest, dass wir zu weit gelaufen waren und mussten 3 Meilen zurück gehen, um zu unserer sehr empfehlenswerten Unterkunft „The Keelman`s Lodge“ (mit Brauerei!!!) zu gelangen. Den ganzen Tag über waren keinerlei römische Überreste zu sehen außer bei Segedunum.
Tag 2: Heddon on the Wall – Chollerford ( für uns ca. 30 km – 10 Stunden)
Nach dem steilen Aufstieg nach Heddon waren wir am Ausgangspunkt angelangt. Ein erstes Stück rekonstruierten Walls war hier zu sehen. In der Folge wanderten wir meist parallel zur Military Road, welche teilweise direkt über dem Wall angelegt ist. Zumindest waren an diesem Tag das Vallum und der Spitzgraben fast ständig zu sehen. Am Schlachtfeld der „Battle of Heavenfield“ (Christianisierung 7.JH, Kelten gegen Angelsachsen) vorbei näherten wir uns nach einem langen Tag unserem Ziel. Einige Teile der Mauer sowie der „Brunton Turret“, ein (Wach-)Turm Nahe Chollerford waren zu sehen. Über die Chester`s Bridge gelangten wir zum Hotel George, welches direkt hinter der Brücke und in unmittelbarer Nähe zum Fort „Chester`s“liegt. Erste Achillessehnen-beschwerden stellten sich bei Ralph ein, die ihn auf der weiteren Wegstrecke begleiteten. Auch der zweite Tag war relativ arm an geschichtlichen Highlights. Informationstafeln fehlten ebenso entlang des Weges wie Raststationen. Es gabauf dem Weg nur bei 2 Pubs.
 Vallum zwischen Heddon und Chollerford
Tag 3 – Chollerford – Steel Rigg ( ca. 20 km)
Wir gingen früh um 08:30 Uhr los und mussten am Fort Chester`s feststellen, dass dies erst um 09:30 Uhr öffnet. Daher entschlossen wir uns, das Fort an den beiden Tagen nach der Wanderung anzuschauen. Endlich erreichten wir den Nationalpark Northumberland und damit den am besten erhaltenen Teil des Walles. An den Milecastle`s 29 und 30 vorbei ging der Weg entlang des Vallum und des Spitzgrabens zu einer Stelle, an welcher der Aufbau sehr gut zu erkennen war. Zwischen 2-3 Lagen quadratische Steine schüttete man Bruchsteine ein, die mit einem Mörtelgemisch zusammengehalten und gegen Regen geschützt wurden. Das Fundament war auf 3 m Breite gezogen, der Wall jedoch nicht immer auf der vollen Breite aufgemauert. Oft war der Wall lediglich 2 – 2,50 m breit. Die Römer wollten offenbar Zeit und Steine sparen, wo dies gefahrlos möglich erschien. Durchschnittlich ist der Wall 3-5 m hoch gebaut worden. Vor dem Wall befand sich ein Spitzgraben mit angespitzten Holzpfählen. Hinter dem Wall verlief die Militärstraße und dahinter wiederum baute man ein Vallum. Es handelt sich um einen Graben mit dahinter aufgeschüttetem Erdwall. So schuf man sich eine leicht zu überwachende Militärzone entlang des Walles, die im Süden nur an bestimmten Zugängen an Straßenkreuzungen und im Norden durch die Milecastle`s und einige zusätzliche Durchgänge passiert werden konnte. Ob der Wall einen Wehrgang hatte, ist bis dato weder belegt noch widerlegt. Jedoch fand man bisher nirgendwo außerhalb von Milecastle`s oder Türmen, die immer in den Wall integriert waren, Reste eines solchen Wehrgangs. Auch die antike Literatur und Abbildungen nennen keinen Wehrgang. Nach Milecastle 30 folgt das Kastell „Brocolitia“, welches nicht ausgegraben, jedoch anhand der Erdhügel eindeutig zu erkennen ist. In unmittelbarer Nähe ein Mithräum, in welchem 3 Weihesteine aufgestellt sind, welche im dortigen Bereich gefunden wurden. Von nun an ging es stetig berauf und es boten sich entlang des Weges atemberaubende Ausblicke. Leider war seit dem 2. Wandertag das Wetter schlecht. Es regnete, war sehr windig und die Sicht war nicht sonderlich gut. Bemerkenswert dass die Römer den Wall auch auf hohen, nach Norden hin sehr steil abfallenden Teilstücken die Mauer unbeirrt weiterbauten. Am Weg lag das Fort „Housesteads“ mit kleinem Museum und konservierten Grundmauern. Der Bereich der Latrinen an der Südostecke des Kastells, an dem man das System der Entwässerung sowie die Steinbottiche sehen kann, in denen die Nutzer einst ihre Schwammstäbe säuberten, mit denen sie sich den Allerwertesten abputzten, ist sehr interessant.
  Eine Stunde Besichtigung reicht für „Housesteads“ aus. Wir verpassten wieder einmal, uns um unsere Unterkunft zu bemühen und mussten feststellen, dass wir wiederum zu weit gewandert waren. Diesmal nutzten wir den Bus AD 122, um die ca. 5 Meilen zurückzufahren, die wir zu weit gewandert waren. In der Old Repeater Station an der Military Road empfing uns Les in seinem Wohnzimmer, wo er die wenigen Gäste sehr freundlich bewirtete und wir wiederum ein Zimmer mit Dusche und WC vorfanden.
Tag 4: Steel Rigg – Walton (ca. 26 km)
Nachdem wir zum Visitor`s Center mit dem AD 122 zurückfuhren, begannen wir die Tagesetappe mit dem Aufstieg zum „Green Slack“, mit 345 m der höchste Punkt des Hadrian Wall Path. Grandiose Ausblicke, schroffe Abgründe nach Norden hin. Teilweise hat man hier auf den Spitzgraben vor dem Wall verzichtet, die Mauer und das Vallum jedoch weitergebaut. Milecastle 41 und 42 zeigten, wie anstrengend der Weg der „Barbaren“ aus dem Norden gewesen sein muss, um überhaupt erst einmal an einen Durchlass zu kommen, um mitgeführte Waren im römischen Gebiet zu verkaufen. Bei Walltown Quarry ging es an einem exponierten Turm vorbei von dem aus man einst ein sehr großes Gebiet im Vorfeld übersehen konnte und welcher, wie einige andere Türme auch, bereits vor dem Bau des Walles bestand, später dann in den Hadrianswall integriert wurde. Das kleine „Roman Army Museum“ Carovan/Greenhead lohnt ebenfalls einen kurzen Abstecher. Ein computeranimierter Film mit schönen Luftaufnahmen des Walles sowie Ensembles mit Handwerkern und Soldaten in Unterkünften in Alltagssituationen mit Tonaufnahmen sind sehr schön arrangiert. Langsam verließen wir wieder die gebirgige Landschaft und erreichten das Fort Birdoswald, wo vieles bewusst nicht ausgegraben, noch unerforscht unter der Erde liegt. Ansonsten sind konservierte Grundmauern und ein kleines Museum mit griffigen Darstellungen und einem gut sortierten Museumsshop mit Taberna vorhanden. Nach Birdoswald ist das Vallum zeitweise noch sehr deutlich zu sehen. Man kommt nun auf ebenem Terrain zügiger voran. Am Fluss Irving, wo einst die Mauer in einem frühen Ausbauzustand endete und von einem Erdwall mit Palisade abgelöst wurde, stehen Überreste einer römischen Brücke. Die Unterkunft in Walton „Sandysike Bunkhouse“ war eine Katastrophe, altes Gemäuer, verdreckte Küche, Bad zur Mitbenutzung und feuchte Zimmer.
 Tordurchgang im Milecastle 37
Tag 5: Walton – Carlisle ( ca. 18 km)
Über Wiesen, Matsch und Gülle ohne irgendwelche römischen Überreste erkennen zu können, ging es nach Carlisle. Bereits gegen 13:00 Uhr waren wir dort. Es war Sonntagmittag und die Briten tranken gesellig ihr Bier in den vielen Pubs. Die Stadt ist sehr schön, mit Zitadelle, Castle (Militärausstellung, römische Ausstellung über Ausgrabungen dort, finsterer Kerker) und vielen guten Shops in der Innenstadt. Wir waren im Stadtzentrum im Hotel IBIS. Die Zimmer klein aber sauber mit gutem Frühstücksbuffet. Empfehlenswert! Ab 16:00 Uhr mehrten sich die stark angetrunkenen Personen auf der Straße und in den Pubs. Man könnte den Eindruck bekommen, dass England diesbezüglich ein Problem hat. Lohnenswert soll auch der Besuch des Tullie-Museums sein, den wir aber zeitlich nicht mehr unterbringen konnten.
Tag 6: Carlisle – Bowness on Solway ( ca. 24 km )
Durch schöne Parks ging es am Fluss Eden entlang Richtung irische See. Wir sahen überall sattes Grün, es regnete und war ziemlich matschig. Die Beine waren nach den Beanspruchungen der letzten Tage etwas müde. Bald erreichten wir den Solway Firth, wo Ebbe und Flut sich sehr stark auswirken und vor dem Baden ausdrücklich gewarnt wird. Auf der anderen Seite des Firth war die schottische Küste deutlich zu erkennen. Es gab weit und breit keine Versorgungsmöglichkeit und so errichten wir Drumburgh, wo uns eine Werbetafel für Speiseeis auffiel. Wir folgten dem Pfeil und erreichten eine Self-Catering-Hütte, wo frisch gebackener Kuchen auslag und man Kaffee, Tee und Suppe aus einem Automaten kaufen konnte. Zum Bezahlen befand sich ein kleiner Kasten an der Wand. Alles auf Vertrauensbasis. Wir waren sehr froh über diese willkommene Gelegenheit, dem Regen wenigstens für einige Minuten zu entgehen. Außer einigen Bodenwellen, die wir nicht sicher deuten konnten, waren auch auf dieser Etappe wenig archäologische Überreste zu sehen. Kurze Zeit später waren wir am Ziel: Das ehemalige Fort „Maia“, wo uns die lateinische Inschrift über einer kleinen Hütte das Ziel unseres Marsches anzeigte. Schnell fanden wir unsere Unterkunft, nämlich die restaurierte „Old Chapel“, die liebevoll eingerichtet, sehr sauber von Maureen geführt wird, die uns mit ihrem Hund „Kia“ herzlich willkommen hieß. Ein Anruf beim örtlichen Pub genügte, um zu veranlassen dass wir unser „Certificate of Achievement“ für die Bewältigung der Strecke bekamen. An vielen Stellen, wo man sich auf einem Pass einen Stempel holen sollte, ist dieser Stempel erst ab Mai vorhanden. Zudem isst man dort sehr gut. Später bei Dunkelheit ließen wir am Firth die ganze Wanderung noch mal Revue passieren. Eine Übernachtung in Bowness on Solway ist anzuraten. Alternativ kann man aber auch am selben Tag noch mit dem AD 122 nach Carlisle oder an andere Ziele am Wall zurückfahren.
 Schottische Küste bei Nacht
Fazit:
Für wenig geübte, vorwiegend geschichtsorientierte Besucher sind die Tage 2-4 für einene Wanderung ausreichend. Die Strecke zwischen Chollerford und Gisland, wo der Fluss Irving den Verlauf der Mauer kreuzt, ist die mit Abstand interessanteste Strecke. Man könnte also bei „Chesters“ beginnen und in Gisland mit dem Bus nach Carlisle fahren, um dort dann zu übernachten.
Entlang des Walles sind keinerlei Hinweisschilder auf Unterkünfte vorhanden. Daher sollte vor der Reise der genaue Standort der jeweils ausgesuchten Unterkunft auf einer Karte markiert werden. Der Path an sich ist so gut ausgeschildert, dass man nur an wenigen Stellen ins Rätseln kommt, wo genau es weitergeht.
Die Unterkünfte waren vorwiegend Bed and Breakfast, wobei sich die einfachen Unterkünfte und die komfortablen Hotels preislich kaum unterschieden. Man ist bei B&B auf gute Tipps angewiesen. Achtung: Bezeichnung „En suite“ bedeutet auseinanderstehende Betten, „Double“ bedeutet Ehebetten.
Die Städte Newcastle und Carlisle lohnen einen Tagesbesuch. Newcastle hat obendrein ein sehr aktives Nachtleben. Der Stadtteil „South“ Shields“ liegt direkt an der Nordsee mit schönen Sandstränden und Strandpromenade und internationalem Flair.
Wir trafen allenthalben freundliche, hilfsbereite Leute, die manchmal ungläubig nachfragten, warum man den gesamten Wall Path entlang laufen will. Die Wanderung an sich ist sehr erholsam. Man entfernt sich gedanklich sehr schnell vom Alltag und kann die eindrucksvolle Natur genießen.
 Wall zwischen Milecastles 37 und 38
Besuchte Museen:
“Arbeia Roman Fort&Museum”, Baring Street, South Shields Ehemaliges Nachschublager an der Tyne-Mündung mit Rekonstruktion eines Tores und einer Mannschaftsbaracke, Teilrekonstruktion eines Prätoriums mit schöner Ausstellung römische Möbel.
„Segedunum Roman Fort“ in unmittelbarer Nähe der S-Bahn-Haltestelle Wallsend mit großem Museum, Aussichtsturm über die Ausgrabungsstätte, rekonstruiertem Badehaus und rekonstruiertem Wall.
„Housesteads Roman Fort“ Beschreibung siehe Tag 3
„Roman Army Museum” Carovan/Greenhead. Beschreibung siehe Tag 4.
„Birdoswald Roman Fort" – Beschreibung siehe Tag 4.
„Chesters“ – Reiterkastell und Bad mit konservierten Grundmauern. Mit kleinem Museum und Shop mit Imbiss.
„Vindolanda“ – ein unbedingtes Muss. Rekonstruktion eines Holz/Erde-Kastells und eines römischen Gartens sowie eines Tempels. Sehr interessantes Museum. Dort wurden viele Schriften aus dem Alltagsleben gefunden. Im Kastell sind aktuelle Grabungen zu beobachten.
 Arbeia - Torrekonstruktion
Unsere Unterkünfte: (Preise jeweils für 2 Personen incl. Frühstück)
Newcastle-Wallsend: „The Dorset Arms Hotel“ – einfaches Pub, Toilette auf dem Flur. Dafür mit insgesamt 70 Pfund zu teuer. Deshalb keine weiteren Infos.
Newburn: „The Keelman`s Lodge“ bei der Brauerei „Big Lamp Brewers“ Tel.: 00441912671689, www.biglampbrewers.co.uk Mail:
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Hervorragende Zimmer mit Bad/WC/Sat-TV in separatem Haus, einem schönen Pub mit sehr gutem Restaurant und sehr gutem Bier! Von hier erreicht man die City von Newcastle in 20 Minuten mit dem Bus. In 40 Minuten ist man in Wallsend bei Segedunum (Umsteigen Central Station in S-Bahn). Daher ist die Lodge auch für einen Aufenthalt in Newcastle empfehlenswert. 65 Pfund.
Chollerford: „Swallow George Hotel” – Tel.: 00441434681611
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Typisch englisches Hotel mit schönen sauberen Zimmern und gutem Essen in wunderschöner Lage mit sehr schönem Garten direkt am Fluss. Normalpreis 85.- Pfund pro Zimmer incl. Frühstück, bei Buchung über www.booking.com gibt`s satte Prozente. Wir zahlten 70.- Pfund.
Haltwhistle: „The old Repeater Station“ – Tel.: 0044/1434688668
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Nahe Fort Housesteads an der Military Road. Bus AD 122 hält direkt vor dem Haus. Les bewirtet seine Gäste im Wohnzimmer, Küche nebenan. Sehr familiär und freundlich, kleine, saubere Zimmer mit Dusche/WC. Preis: 65 Pfd.
Walton: „Sandysike Bunkhouse“ – Horror – keine weiteren Infos. Besser im dortigen „Walton Pub and Eatery“ übernachten, wenn schon Walton.
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Carlisle: IBIS Carlisle. Empfehlenswert inmitten schöner Pubs.
Bowness on Solway: “The old Chapel” – Tel.: 0044/1697351126
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Absolut empfehlenswert! Geschichte:
Seine Reise durch die Provinzen des Reichs führte Kaiser Hadrian, nachdem dieser Germania besucht hatte, nach Britannia. Die Legio VI Victrix im Gefolge, führte der Kaiser viele Probleme einer Lösung zu. So sollen härtere Disziplin bei der Armee, bessere Ausrüstung und eine weniger korrupte Provinzverwaltung eingeführt worden sein. Bei diesem Besuch fiel auch die Entscheidung zum Bau eines Walles, welcher das Chaos des Barbaricums im Norden von der Zivilisation südlich der alten römischen Militärstraße „Stanegate“ trennen und das Land befrieden sollte. Ganz im Zeichen der neuen Militärstrategie, die zuvor in Germanien zum Bau der Palisade am Limes zur Verstärkung des defensiven Charakters der Grenzanlage führte. Zwar waren im Norden Britanniens bereits einige Kastelle und Türme an strategisch wichtigen Stellen vorhanden, jedoch war es bis dahin nicht möglich, Einfälle der „Barbaren“ aus dem Norden zu unterbinden.
Innerhalb von 6 – 7 Jahren wurde eine Militäranlage von Segedunum im Osten bis zur irischen See geschaffen, die zunächst bis zum Fluss Irving durchgehend in Stein ausgeführt wurde. Von da an wurde ein 3-4 m hoher Erdwall mit Holzpalisade weitergeführt. Jede römische Meile wurde ein so genanntes Milecastle, ein kleines Kastell mit selten mehr als 12 Mann Besatzung, mit der Nordseite in die Mauer integriert. Zwischen den Milecastles wurden regelmäßig 2 Wachttürme in die Mauer gebaut, um die Überwachung der Grenze sicherzustellen. Durchgänge nach Norden waren in viele Milecastles eingebaut. Weitere, nicht in Milecastles integrierte, bewachte Durchgänge gab es ebenfalls. Hinter der Grenzanlage entstanden mindestens 24 Kastelle, meist für Reitereinheiten (0,8 – 3,7 ha), alle mit Principia, Prätorium und Bad, von denen nur selten der Name aus Inschriften bekannt ist. An den Überresten sind heute regelmäßig die Grundmauern von Principia, Prätorium, Ställen, Baracken, oft von Toiletten, Horreum und Valetudinarium konserviert.
 Segedunum
So entstand innerhalb von 7 Jahren eine 80 Meilen lange Grenzbefestigung, bei der ca. 3,7 Mio Tonnen Stein von 8-10.000 Soldaten gebaut worden ist. Bereits bestehende Türme und Kastelle wurden möglichst in den Wall integriert. Der Wall stellte eine psychologische Barriere ähnlich dem Limes in Germanien dar. Es war keine unüberwindliche Barriere. Dafür waren die dort stationierten Soldaten der Legionen und Auxiliartruppen (ca. 85 Soldaten je Meile bei 50-70% Verfügbarkeit) zu wenig. Man konnte lokale Bewegungen beobachten, den Einlass aus dem Norden kanalisieren oder zerstreuen und Steuern erheben. Die meist in den rückwärtigen Kastellen untergebrachten Reitereinheiten waren durch die Vielzahl der Tore im Wall in der Lage, schnelle Aktionen nördlich des Walles durchzuführen. Die gefundene Notitia Dignitatum erzählt heute noch von der großen Bandbreite an Aufgaben, welche die römischen Soldaten am Wall zu erledigen hatten und überliefert die Truppenstärke am Wall. Beispiel: Jahr 122: 37 Auxiliarcohorten, 13 Alae. Im Jahr 127 befanden sich demnach 27 Auxiliarcohorten und 8 Alae am Wall.
Aufbau des Hadrianswalles:
Im Bereich des Hadrianswalls sind noch heute viele Steinbrüche zu sehen, von welchen die römischen Soldaten das Material für den Bau der Mauer gewannen, bearbeiteten und heranschafften.
Vor dem Wall entstand, abhängig von der Geländebeschaffenheit, ein Spitzgraben als Annäherungshindernis, in welchen angespitzte Holzpfähle eingelassen wurden. Ca. 35 m (120 röm. Fuß) hinter dem Wall wurde durchgehend das Vallum hergestellt. Es handelt sich um einen 5,9 m breiten und ebenso tiefen Graben mit beidseits aufgeschütteten, 3 m hohen Erdwällen. So entstand durch die Grenzanlage eine gut zu kontrollierende Militärzone, welche an Kreuzungen mit Kontrollpunkten passiert werden konnte. Auch die Vorfeldsicherung war gegeben. Nördlich des Hadrianswalles existierten weiterhin einige Kastelle.
Die Türme am Wall waren 2-stöckig und kamen wohl den am Limes angenommenen Türmen nahe. Von einer Plattform im 2. Stockwerk konnte die Umgebung weithin beobachtet werden. Türme, welche vor dem Bau des Walles bestanden, wurden integriert (Pike Hill). Der Bau erfolgte unter Einsatz der in Britannien stationierten Legionen (II Augusta, XX Valeria Victrix und VI Victrix), der Auxiliartruppen sowie lokal rekrutierten Handwerkern und Bauern. In Fort Birres wurden sogar Inschriften der Legio VIII Augusta und der Legio XXII Primigenia gefunden, welche auch als Besatzung des Legionslagers Mogontiacum (Mainz) belegt ist. Vermutlich sind auch Spezialisten aus Germanien zum Bau des Walles eingesetzt worden.
Vorläufiges Ende:
Bereits nach 20 Jahren wurde der Hadrianswall wieder aufgegeben. Wohl aufgrund eines erfolgreichen Feldzuges erfolgten erhebliche Geländegewinne, die dauerhaft gesichert werden sollten. Die Besatzung vom Hadrianswall wurde nach Norden verlegt. Der wesentlich kürzere Erdwall war 37 Meilen lang und wurde durch einen 6-9 m breiten Spitzgraben gesichert. Wiederum nach ca. 20 Jahren gab man den Antoninuswall wieder auf und zog sich hinter den Hadrianswall zurück. Bereits 158 sind Reparaturen am Hadrianswall belegt und im Zuge dieser Arbeiten wurden die letzten Erdwälle im Westen durch die Steinmauer ersetzt.
Endgültiges Ende?
Nach dem frühen 5. Jahrhundert sind keine römischen Neuprägungen von Münzen mehr festzustellen. Nach dieser Zeit sind keine römischen Töpferwaren mehr gefunden worden. Viele Einrichtungen waren jedoch weiterhin in Gebrauch. Die römischen Unterkünfte wurden vielerorts weiterbenutzt und nach deren Verfall ersetzt. Milecastles dienten als Viehweiden, Kastelle als gesicherte Bauernhöfe. Was passiert war, ist bisher nicht bekannt geworden. Es folgte die so genannte dunkle Zeit bis ins 13. Jahrhundert hinein, von welcher man nur sehr wenig weiß. Der Wall diente fortan als Ressource. Mauern, Häuser und Straßen wurden mit den Steinen des Walls gebaut. Insbesondere die Vergrößerung von Städten und Dörfern im 19. Jahrhundert setzten dem Bauwerk stark zu. Der Bau der Straße von Newcastle nach Carlisle, welche aus militärischen Gründen teilweise direkt über den Wall erfolgte, tat ein übriges zur Zerstörung bei. Die heute sichtbaren Streckenabschnitte sind meist spätrömische Bauten oder moderne Rekonstruktion, die insbesondere zwischen Chester und Birdoswald fast durchgehend sichtbar ist.
Kurt Euring Mai 2007
 Milecastle 39
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